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Villa Vailima, Robert Louis StevensonVilla Vailima, Robert Louis Stevenson

Dr. Wilhelm Solf

Dr. Wilhelm Solf war erster Gouverneur von Samoa, geboren 1862, seine letzte Reise trat er 1936 an. Er war Philologe und Jurist im auswärtigen Amt. Im September 1898 bekam er den Auftrag nach Samoa zu reisen und wurde  zum ersten deutschen Gouverneur von West Samoa, des kaiserlichen Reiches ernannt. Um West Samoa rangelten sich Amerika, England und Frakreich. Dr. Solf ließ am 1. März 1900 die deutsche Fahne hissen. Sein Wohn- und Amtssitz war das Gebäude, das der Schriftsteller Robert L. Stevenson für sich erbaute (Villa Vailima).

Wie schon Robert Louis Stephenson, erfand er es als seine Aufgabe die Familien Clans auf Samoa zu einigen. Waffengewalt und Zwang waren für ihn Fremdwörter. Er konnte überzeugen und setzte hierzu auch deutsche Projekte um. Kriegerische Auseinandersetzungen wollte er auf jedenfall verhindern und Aufstände vermeiden. Letztlich waren auf der Insel auch nur 90 deutsche Marinesoldaten stationiert. Die Kultur entwickeln und nicht zerschlagen. In der Heimat sah man das  gar nicht so gern. Man war in Berlin mehr für hartes durchgreifen, wie in anderen deutschen Schutzzonen. Dr. Solf aber ließ Schulen bauen, sorgte für Lehrer und andere Errungenschaften.

Am 17.2. 1908 heiratete Wilhelm Solf die Tochter von Georg Leopold Dotti, Johanna Dotti, die er durch seinen Bruder Hermann Solf (Architekturbüro Solf und Wichard) kennen lernte. Gefeiert wurde in der Villa Dotti, in Neuenhagen bei Berlin. Gemeinsam reisten sie wieder nach Samoa, Vailima. 1909 wurde dort ihre Tochter geboren,  So'oa emalelagi, genannt Lagi (gesprochen LANGI, Bedeutung: DER HIMMEL).

Dr. Solf ermöglichte den Samoanern eine menschenwürdige Entwicklung. Er war stets gegen die Praxis, Samoaner in Deutschland "Vorzuzeigen oder bei Hagenbeck oder Zikusbetrieben auftreten zu lassen". Wieder in Deutschland als Staatsminister im Reichskolonialamt in Berlin war er quasi Außenminister bis 1918. Er stellte sich immer gegen die Politik und Wilhelm II, gegen Ausbeutung. Er schützte Samoa wo er konnte, auch wenn viele Eingeweihte sich über seine  gewandelten Ansichten wunderten.  Als einziger kaiserlicher Beamter besuchte er alle deutschen Schutzzonen mit seiner Frau Johanna.

Nach Gründung der Weimarer Republik wurde er 1920 erster Geschäftsführer der deutschen Vertretung in Tokyo (Botschafter). Er pflegte zu allen Diplomaten ein feundschaftliches Verhältnis. Noch heute sind seine ausgehandelten Staatsverträge zwischen Japan und Deutschland Grundlage des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches.

1933 legte er alle seine Ämter nieder, da er sich mit dem "neuen Reich" nicht einverstanden erklären konnte.

Johanna Solf und Lagi Gräfin Ballestrem-Solf kamen in das KZ Ravensbrück, überstanden die vielen Qualen. Johanna Solf starb am 4. November 1954 in Starnberg. Ihre Tochter Lagi verstarb am 4.12.1955 in Bonn.

Das Haus der Familie "Dotti" in Neuenhagen wird heute noch liebevoll von der Gemeinde gepflegt. Die Räumlichkeiten strahlen die Geschichte noch heute aus.

 

Daten und Wissen durch Recherche im Internet und durch einen Rundgang durch die historische Stadt Neuenhagen.

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